Orell Füssli 2018: Solides operatives Jahresergebnis

• Dividendenantrag: CHF 6 pro Aktie
• Sicherheitsdruck: Akquisition neuer Kunden, leicht rückläufiges Ergebnis
• Zeiser: Fokus auf ertragsstarkes Kerngeschäft, Ergebnis durch Sondereffekte belastet
• Buchhandel: deutlicher Ergebniszuwachs

Zürich, 18. März 2019 – Orell Füssli hat ein ereignisreiches Jahr hinter sich, in dem struktu­relle Bereinigungen vorgenommen und die Arbeiten an den längerfristigen Her­ausforderungen des Unterneh­mens fortgesetzt wurden. Im Sicherheitsdruck machte sich erstmals die Verschiebung im Produktmix bemerkbar, der durch Kunden-Neuakquisi­tionen und Kostenoptimierung begegnet wurde. In der Division Zeiser wurde die Fokus­sie­rung auf das Kerngeschäft Banknotenserialisierung mit dem Verkauf von Betriebsteilen in die Tat umgesetzt. Der Buchhandel erzielte das beste Resultat seit Gründung des Joint-Ventures im Jahr 2013. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung vom 15. Mai 2019 die Ausschüttung einer regulären Dividende in Höhe von CHF 4.00 pro Aktie vor. Zusätzlich schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 15. Mai 2019 an­lässlich des 500-jährigen Bestehens von Orell Füssli die Ausschüttung einer einmaligen Jubiläumsdividende in Höhe von CHF 2.00 pro Aktie vor.

Orell Füssli erzielte im Geschäftsjahr 2018 einen Nettoerlös von CHF 264.9 Mio., was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr (CHF 288.5 Mio.) von ca. 8% entspricht. Dies ist hauptsächlich auf rückläufige Zahlen in den Divisionen Sicherheitsdruck und Zeiser zurück zu führen. Das Betriebsergebnis (EBIT) vor Sondereffekten 2018 beträgt CHF 20.1 Mio. und konnte gegenüber dem Vorjahr (CHF 17.9 Mio.) um ca. 12% gesteigert werden. Das Betriebsergebnis (EBIT) beläuft sich auf CHF 12.0 Mio. (Vorjahr CHF 12.6 Mio.). Darin sind Sondereffekte in Höhe von CHF -8.1 Mio. enthalten, die hauptsächlich aus Aufwendungen für die Neuaufstellung von Zeiser herrühren. Das Jahresergebnis von Orell Füssli wird hauptsächlich durch nicht liquiditätswirksame Einmalaufwendungen in Höhe von CHF 54.0 Mio. im Zusammenhang mit der Veräusserung von Betriebsteilen bei Atlantic Zeiser belastet und beläuft sich auf CHF -47.2 Mio. Die Eigenkapitalquote beträgt 66.5% (Vorjahr 68.1%).

Division Sicherheitsdruck

Die Division Sicherheitsdruck erzielte 2018 einen Nettoerlös von CHF 112.3 Mio., dies ent­spricht einer Reduktion gegenüber dem Vorjahr (CHF 129.8 Mio.) von ca. 13%. Der Rückgang im Nettoerlös ist auf einen veränderten Produktmix sowie auf eine schwächere Auftragslage zurück zu führen. Vor Sondereffekten beträgt das Betriebsergebnis (EBIT) CHF 18.8 Mio. (Vorjahr CHF 20.1 Mio.). Durch operative Verbesserungen bei Produktivi­tät und Ausschussquote sowie einer Reduktion der Fixkosten gegenüber dem Vorjahr konnte der Rückgang im Bruttogewinn teilweise kompensiert werden. Das Betriebser­gebnis (EBIT) hat sich um ca. 11% auf CHF 18.0 Mio. gegenüber dem Vorjahr (CHF 20.1 Mio.) reduziert. Darin enthalten sind Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit Optimierungs- und Strategieanalysen (CHF -0.8 Mio.).

Die Division Sicherheitsdruck hat 2018 im Vergleich zum Vorjahr auslastungsbedingt mit rund 5% geringerem Ausstoss produziert. Erstmals seit 2014 waren die Produktions­mengen für die beiden Ankerkunden rückläufig. Dieser Effekt konnte teilweise durch die Akquisition von neuen Drittkundenaufträgen für die Produktion 2018 und in Folgejahren kompensiert werden. Insgesamt konnten im Berichtsjahr mehrere Drittkunden mit anspre­chenden Banknotenmengen von den Qualitäten des Unternehmens überzeugt werden. Die erfolgreiche Positionierung als Anbieter von qualitativ hochwertigen und gleichzeitig wirtschaftlich interessanten Banknoten bleibt in einem wettbewerbsintensiven Marktum­feld mittelfristig jedoch eine anspruchsvolle Aufgabe. Die qualitativ hochstehenden und sicherheitstechnisch einzigartigen Banknotenserien bewähren sich im Umlauf. Im Sommer 2018 wurde durch die Schweizerische Nationalbank als weitere neue Denomi­nation die 200-Franken-Note herausgegeben. Wegen der fortschreitenden Emission reduzierte sich der Entwicklungsaufwand für die neuen Banknotenserien deutlich. Mit den seit der Erstemission der neuen Banknotenserien gemachten Erfahrungen konnten die Herstellprozesse stetig weiter optimiert und die Qualität signifikant gesteigert werden. Ins­gesamt resultierte dank dieser Massnahmen im Jahresvergleich eine Steigerung der Pro­duktivität von 5%. Weiteres Potential liegt in der Optimierung der Rüstvorgänge und in der Reduktion von Stillstandzeiten. Das Jahr 2019 steht für die Division Sicherheitsdruck im Zeichen der weiteren deutlichen Erhöhung der Menge an akquirierten Drittmarktaufträgen sowie der wirtschaftlich optimalen Ausrichtung des Unternehmens auf die erwartete Ver­schiebung im Produktmix.

Division Zeiser

Die Division Zeiser erzielte im Geschäftsjahr 2018 einen Nettoerlös von EUR 43.9 Mio. Die Reduktion von ca. 12% gegenüber dem Vorjahr (EUR 50.2 Mio.) begründet sich durch den Wegfall der veräusserten Geschäftsfelder im letzten Quartal des Berichtsjahres. Das Betriebsergebnis (EBIT) vor Sondereffekten beträgt EUR -1.0 Mio. und ist damit leicht besser als der Vorjahreswert (EUR -1.8 Mio.). Bedingt durch Sonderaufwendungen nach der Veräusserung von Betriebsteilen der Atlantic Zeiser resultiert für 2018 ein Betriebs­ergebnis (EBIT) in Höhe von EUR -7.4 Mio. (Vorjahreswert EUR -6.0 Mio.).

Beim Vergleich der Finanzkennzahlen 2018 mit den entsprechenden historischen Werten ist zu beachten, dass die Geschäftstätigkeit der Division Zeiser im Berichtsjahr grundle­gend verändert wurde. Diese umfasste bis zum 30. September 2018 die Geschäftsfelder Banknotenserialisierung, Kartenpersonalisierungssysteme sowie Verpackung. Seit dem Verkauf der Aktivitäten in den Geschäftsfeldern Kartenpersonalisierungssysteme und Verpackung sowie der Anteile an der Tritron GmbH an die italienische Unternehmens­gruppe Coesia fokussiert sich die Division seit 1. Oktober 2018 ausschliesslich auf das vormalige Geschäftsfeld Banknotenserialisierung.

Die an Coesia veräusserten Betriebsteile von Atlantic Zeiser erzielten bis zum 30. Sep­tember 2018 einen Nettoerlös von EUR 26.0 Mio. mit einem negativen Betriebsergebnis (EBIT).

Im Rahmen der neu ausgerichteten Geschäftstätigkeit konnte das Unternehmen im Laufe des Jahres 2018 einige Grossprojekte akquirieren. Daraus resultiert ein hoher Auftrags­bestand zum Jahresende, der eine solide Auslastung in den ersten Monaten des Jahres 2019 sicherstellt. Im letzten Quartal 2018 konnte bereits ein ausgeglichenes operatives Ergebnis erwirtschaftet werden. Der Nettoerlös im Jahr 2018 betrug EUR 17.9 Mio. Nach der klaren strategischen Neuausrichtung der Division Zeiser im Berichtsjahr liegt der Fokus 2019 auf der nachhaltigen Umsetzung der neuen Geschäftsprozesse und der Organisation. Neben der Behauptung und dem Ausbau der dominanten Marktposition sollen die Kostenstruktur optimiert sowie synergetische Geschäftsmöglichkeiten verfolgt werden.

Division Buchhandel

Im Geschäftsjahr 2018 betrug der Nettoerlös der Division Buchhandel quotenkonsolidiert CHF 92.2 Mio. und erhöhte sich somit gegenüber dem Vorjahr (CHF 91.7 Mio.) leicht. Das Betriebsergebnis (EBIT) wurde 2018 nicht durch Sondereffekte belastet und konnte im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr (CHF 1.6 Mio.) markant auf CHF 5.0 Mio. gesteigert werden.

Im Berichtsjahr konnte die Division Buchhandel erstmals seit 10 Jahren den Nettoerlös gegenüber dem Vorjahr leicht steigern. Auf vergleichbarer Fläche betrug das Wachstum im Nettoerlös 2.1% (Vorjahr -2.0%). Das Digital- und Onlineversand-Geschäft hat auch 2018 das Wachstum fortgesetzt. Die erfreuliche Entwicklung im Nettoerlös und im Betriebsergebnis zeigen, dass das 2015 beschlossene und seitdem konsequent umge­setzte Transformationsprogramm Früchte trägt. Zur anhaltend positiven Entwicklung leis­teten Massnahmen wie die kontinuierliche Arbeit am stationären Sortiment und der Aus­bau der Kundenbindungsprogramme einen erheblichen Beitrag. Zudem machte sich die 2017 vollzogene Vereinheitlichung der Online-Marken auf www.orellfüssli.ch positiv bemerkbar. Durch die im Geschäftsjahr 2018 vereinbarte Zusammenlegung der Aktivitä­ten von Orell Füssli mit Delivros im Geschäftskundenbereich konnte die Präsenz in die­sem wichtigen Marktsegment gestärkt werden. Das stationäre Filialportfolio wurde an mehreren Stellen durch Umzüge (Basel, St. Gallen) und Neueröffnungen (Europaallee Zürich, Seedammcenter Pfäffikon) verbessert. Für das Jahr 2019 steht in der Division Buchhandel der profitable Ausbau des Marktanteils über alle Verkaufskanäle hinweg im Vordergrund.

Verlagsgeschäfte

Der Nettoerlös der Orell Füssli Verlage lag 2018 um 9% unter Vorjahr. Während der Um­satz der Juristischen Medien und Lernmedien in Summe stabil blieb, gab es einen ge­planten Rückgang im Bereich Sachbuch. Bei den Kinderbüchern hatte der Globi-Verlag erstmals nach Jahren stetigen Wachstums ein Umsatzminus.

Ausblick

Für das Jahr 2019 gehen wir von einer tendenziell schwächeren Ertragssituation aus. Im Sicherheitsdruck erwarten wir ein rückläufiges Ergebnis wegen der Veränderung im Pro­dukt­mix hin zu margenschwächeren Aufträgen, bei weiterer Verbesserung der operativen Leistungsfähigkeit. Durch die vollzogene strukturelle Bereinigung des Geschäftsmodells erwarten wir für die Division Zeiser eine positive Ergebnissituation. Im Buchhandel gehen wir von ähnlichen Vorzeichen aus wie 2018, wobei traditionell der Verlauf des Weih­nachtsgeschäftes 2019 über die Ergebnissituation entscheiden wird.

 

Zu den Kennzahlen im Online Report 2018

Medienkontakt

Arabelle Frey
Leiterin Unternehmenskommunikation Orell Füssli Holding AG
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